Flensburg-Blog: Das Weblog von Flensburgern für Flensburger

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Oktober 2006
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Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!

Do
19
Okt '06

Anlieger der Hafenspitze verstehen keinen Spaß

Zugegeben, es ist schon öfter mal mächtig was los an der Hafenspitze - Events noch und nöcher. Das geht natürlich nie ganz ohne Geräusch ab. Aber müssen die Anwohner deswegen gleich die Stadt Flensburg auf den Plan rufen?
Und muß diese im Ernst darauf eingehen und ihrerseits eine Lärmschutzfirma einschalten?
Dabei sind die Anwohner doch immer herzlich dazu eingeladen, mitzufeiern.
Und wenn sie dazu keine Lust haben, dann müssen sie das eben mal aushalten - wenn sie zuhause sind.
Es ist doch wahr:
Entweder feiern sie mit, oder sie sind nicht zuhause - dann stört es sie nicht: oder sie SIND zuhause. Dann werden sie in den paar Fällen ja wohl mal ein Ohr zudrücken können. Und wenn nicht: Ich helfe gern.
Ich plädiere dafür, ein Spendenkonto einzurichten:

“Ohropax für die Anwohner der Hafenspitze”

Klingt doch gut, nicht?
Und ich würde auch sofort etwas einzahlen, sogar einen zweistelligen Betrag.
Mehr aber auch nicht. Man sollte sich schließlich darüber im klaren sein, daß so ein Ohrwachskügelchen teilbar und mindestens zwanzigmal verwendbar ist.
Da kann man also schon mit kleinen Beträgen viele Anwohner glücklich machen.
Wie, das wäre zynisch?
Och, man wird doch wohl noch ein wenig Spaß machen dürfen.
Mit ernstem Hintergrund allerdings.
Denn mir scheint wirklich, daß ein Mangel an Toleranz seitens einiger Anwohner hier das Problem ist.

Flensburger Punkte feiern Jubiläum

Seit fünfzig Jahren gibt es nun das Zentrale Verkehrsregister in Flensburg.
Muß das gefeiert werden?
Ich sage: Ja.
Für den einzelnen ist es zwar immer ärgerlich, wenn er aus diesem oder jenem Grund Punkte sammelt, aber im Sinne der Sicherheit aller ist die Sache notwendig.
Und das System mit den Punkten, Punktabzügen und so weiter ist zwar kompliziert - aber auch das im Dienste unserer Sicherheit.
Also, Flensburg ist berühmt für Bier und Punkte.
Wie wäre es da mit einem neuen Slogan?
Etwa:
Flens - der Stoff, aus dem die Punkte sind!

Stefan Petersens Kommentar im Flensburger Tageblatt vom 11. Oktober

Da schreibt der doch glatt das folgende über Putin:

“Einst bezeichnete Gerhard Schröder den starken Mann in Moskau als ´lupenreinen Demokraten´.
Die jüngsten Ereignisse belegen, wie naiv diese Einschätzung gewesen ist. Das sollte auch bei den wirtschaftlichen Vereinbarungen im Hinterkopf verankert sein - und als Warnung dienen, sich nicht zu sehr in die Abhängigkeit russischer Ressourcen zu begeben.”

So schreibt er.
War es vielleicht auch naiv von Schröder, nach den letzten Wahlen in Tschetschenien zu behaupten, er habe keine Hinweise auf irgendwelche Unregelmäßigkeiten - und das, obwohl OSZE-Beobachter die Wahl übereinstimmend als Farce bezeichneten?!
Nein, das war nicht naiv, das war kalkuliert.
Und ebensowenig naiv war der Spruch vom lupenreinen Demokraten.
Man baut eben vor.
Schon mal was von Schröders Gazprom-Job gehört? Das kann doch nicht so ganz an Ihnen vorbei gegangen sein, Herr Petersen.
Und, sehen Sie jetzt die Zusammenhänge?

Ina Müller kommt

Am 21. Oktober gastiert sie im Deutschen Haus, und es sollte mich wundern, wenn es noch Karten gäbe.
Erfahrungsgemäß sind die Veranstaltungen Ina Müllers im Norden Deutschlands immer rappelvoll und früh ausverkauft.
So verdient sie sich ein wenig dazu.
Ach was, mal im Ernst, es ist nicht nur das Geld: Ina Müller ist eine Vollblut-Entertainerin, die einfach die großen Auftritte braucht.
Dabei überzeugt sie bekanntlich sowohl mit gesprochenem Vortrag als auch mit Gesang, und nicht nur auf platt (dafür ist sie bekannt geworden), sondern auch auf Hochdeutsch.
Wahrscheinlich wäre sie sogar dann populär, wenn sie nicht so verdammt attraktiv wäre, aber das kommt eben noch dazu.
Eine gewisse Mondänität kann man ihr heute nicht absprechen, und es ist schwer vorstellbar und dennoch wahr, daß sie im Elternhaus nur platt sprach und Hochdeutsch erst in der Schule lernte.
(Gibt es so etwas heute noch? Ina Müller ist heute 41 - sie dürfte eine der letzten Norddeutschen sein, denen das Hochdeutsche nicht schon an der Wiege gesungen wurde.)
Na, jedenfalls freuen wir uns.
Freut Euch auf einen gelungenen Abend, wenn Ihr Karten habt.
Ina Müller wird uns nicht enttäuschen.

Ingo Appelt im Kinoplex

Am 29.10. um 20.00 Uhr.
Mit neuem Programm.
Mit altem braucht er bei uns gar nicht erst anzutanzen, und wenn er pro Karte fast zehn Euronen mehr verlangt als Hans Scheibner, dann erwartet man natürlich auch was!
26,90 die Karte!
Mann, dafür muß ich ja mindestens zehn Minuten arbeiten!
Kleiner Scherz meinerseits.
Da bringe ich gleich noch eben einen Witz von Ingo Appelt, der vielleicht Appetit auf den Event macht.
Ich sah das ganze, als er bei Götz Als- und Christine Westermann zu Gast in “Zimmer Frei” war.
Genauer: Es war dort Jenny Jürgens zu Gast, Tochter des greisen Ex-Schlagersternchens Udo Jürgens.
Appelt hatte dort einen Comedy-Auftritt, bei dem er die Kuppe seines Zeigefingers mit der Zunge anfeuchtete. Dann tippte er mit eben diesem Zeigefinger Jenny Jürgens´ Bluse an und sagte:

“Nun aber schnell raus aus den nassen Sachen.”

Nicht komisch?
Na, dann nicht.
Dann solltet Ihr aber auch nicht aufkreuzen, wenn Appelt in Flensburg ist.
Sonst allerdings.

Hans Scheibner im Audimax

Und zwar am 28.10. um 20.00 Uhr.
Früher hat er mal in der Werbung gearbeitet.
Er ist der Erfinder des Slogans “Ich bin zwei Öltanks”. Danach klärte er seine Fans in einem beliebten Song darüber auf, “was in Achterndiek in der Nacht geschieht”.
Jetzt kommt der nimmermüde Kabarettist erneut nach Flensburg, um der Crowd gar mächtig einzuheizen.

Tomte im Max

Die Band, die man der Hamburger Schule zuordnet, wird am 19.10. um 20.00 Uhr im Max ein Gastspiel geben.
Der übliche Independent- oder Ex-Independent-Trübsinn, ohne Talent, ohne Inspiration. aber andererseits auch nicht ganz schlecht.

Hotel am Hafen

Da mache ich doch am besten mal ein Faß auf:
Das Projekt Hotel am Hafen -
wie steht Ihr dazu?
Stellt Kommentare ein, was das Zeug hält. Ich meinerseits will nicht noch Öl ins Feuer gießen und halte mich da also erstmal raus.

Was will Hans Joachim Wnuck?

Es ist nicht lange her, nur einige Wochen, da war Hans Joachim Wnuck Fraktionsvorsitzender der CDU im Flensburger Rat.
Und nun?
Er ist ja nicht der erste, der Partei und Fraktion verläßt.
Maike Bruhns war es, die ihm die Bahn brach.
(Und auch Bruhns war nicht die erste, die die CDU-Fraktion in dieser Wahlperiode verließ, sondern die zweite.)
Und beide Ex-CDU-Leute gründen nun eine FDP-Fraktion im Rat.
Dürfen die das?
Ja, das dürfen die.
Was soll man aber von alledem halten?
Seit nunmehr 30 Jahren hat es die FDP nicht mehr in Fraktionsstärke in den Rat geschafft.
Nicht auf dem ehrlichen Wege.
Nicht auf dem demokratischen Wege, durch Wahlen eben.
Was sind denn das für Methoden, mit denen wir es hier zu tun haben?
Bei dem verschlafenen Lokaljournalismus, den wir hier eben haben, wird sich wohl niemand dahinterklemmen und die Wahrheit aufdecken.
Man wird sich einfach damit begnügen, die veränderten Verhältnisse zur Kenntnis zu nehmen.
Aber was ist überhaupt aus den deutschen Tugenden geworden, die doch gerade die CDU immer hochhält?
Deutsche Treue?
Drei Abgänge aus der Fraktion!
Nach meinem Geschmack darf das gern so weiterbröckeln, ja geradezu -brocken.

Friedemann Diederichs - was schreibt der Mann schon wieder für einen Quatsch

Hier in diesem Blog wird gnadenlos über die Minderwertigkeit der Kommentare im Flensburger Tageblatt aufgeklärt.
Immer wieder, so auch jetzt:
In der Ausgabe vom 9. Oktober steht ein Kommentar von Friedemann Diederichs, in dem es heißt:

“Da ein Präventivschlag gegen die iranischen Atomfabriken Bush aufgrund der politischen und militärischen Risiken nicht gelegen sein kann, würden sich Gespräche mit Teheran zur Konfliktlösung aufdrängen.”

Von den Wortstellungsfehlern fast zu schweigen:
Der Diederichs meint doch wohl nicht, daß Bush ein Militärschlag nicht gelegen sein könne, daß es ihm also nicht liege, andere Länder bombardieren zu lassen. Denn daß ihm das liegt, wissen wir.
Nein, Diederichs meint vielmehr, daß Bush in diesem Fall nicht DARAN gelegen sein könne.
Er kann es nur nicht sagen.

Mi
18
Okt '06

Sinnlichkeit hat einen Namen - Sandra Schulz

Ich zitiere zunächst mal aus dem Flensburger Tageblatt vom 10. Oktober, damit jeder weiß, worum es geht:

“´Dieses Haus steht am allerdichtesten dran, und wir bekommen als letzte den Lärmschutz´, ärgert sich Sandra Schulz. Sie steht auf der Terrasse ihres Hauses an der Rosenstraße, während hinter ihr zum Greifen nahe nur ein Teil des Sichtschutzes den Verkehr auf der neuen Osttangente verdeckt. Sie fragt sich, ´wie es angehen kann´, daß zur Eröffnung Lärm- und Sichtblenden noch unvollendet sind. Ihre Familie und sie wohnen ´die ganze Zeit auf einer Baustelle´, langsam werde sie ´mürbe´, gesteht Schulz ein.”

Ich aber gestehe meinerseits freimütig ein, daß ich strikt gegen Sichtblenden bin, wenn es um Sandra Schulz geht.
Denn dankenswerterweise zeigt das Flensburger Tageblatt ein Porträtfoto der Dame.
Und was soll ich Euch sagen?
Sie ist geradezu der Inbegriff verhaltener Sinnlichkeit, vom halblangen Blondhaar über die bescheiden funkelnden Augen und die hohen Wangenknochen bis zum rustikal proportionierten Mund.
Wer sich da nicht verliebt, der muß wohl durch eine bereits bestehende Liebe arg verblendet sein.
Oder er ist eben schwul.
Andere Möglichkeiten gibt es da nicht.
Aber leider hat die Dame Familie, wie aus dem Artikel hervorgeht.
Da ist dann wohl bis auf weiteres nichts zu machen.
Oh, hätte ich doch nie das Flensburger Tageblatt vom 10. September aufgeschlagen.
Zumindest nicht an der betreffenden Stelle.

Bernd Ahlert schreibt Quatsch

Und zwar kann man das im Flensburger Tageblatt vom 10. Oktober nachlesen.
Dort ist ein Kommentar von ihm über Nordkorea und die Bombe erschienen, in dem es heißt:

“Es ist müßig zu fragen, wie es dem isolierten Land überhaupt gelingen konnte, in den Besitz nuklearer Technologie zu gelangen, um eine einsatzfähige Bombe zu bauen. Fest steht: Mit Nordkoreas Aufstieg zur Atommacht wird ein ebenso sensibles wie fragiles militärstrategisches Gleichgewicht in Asien aus den Bahnen geworfen. Ein nukleares Wettrüsten in Fernost könnte die Folge sein.”

Das Land hat möglicherweise keine Atombombe, sondern seine Führung will die Weltöffentlichkeit dies nur glauben machen. Daran ändert auch die jüngste “Expertise” aus den USA nichts.
Und Ahlert schwadroniert von einem “ebenso sensiblen wie fragilen Gleichgewicht”. Wenn “sensibel” hier nicht soviel wie “fragil” bedeuten soll, was denn dann?
Worin könnte im übrigen die Sensibilität eines Gleichgewichts bestehen?
Das wird uns auch Ahlert nicht beantworten können.
Fast zu schweigen davon, daß ein Gleichgewicht auch nicht fragil sein kann.
Besonders schön aber ist es, daß dieses sensible und fragile Gleichgewicht aus einer Bahn, nein gleich aus mehreren Bahnen geworfen worden ist.
Das ist Ahlertsche Metaphorik at its best.

Bahnbrücke wird abgerissen

Die Bahnbrücke in Richtung Schleswiger Straße wird abgerissen.
Daran ließ der Infrastrukturausschuß nun keinen Zweifel mehr.
Grund: Das Ding ist halt total marode.
Der Neubau wird dann schon den Großteil des nächsten Jahres beanspruchen, und so lange wird man Umwege nehmen müssen, was in dieser dichtbefahrenen Gegend nicht ganz unproblematisch sein dürfte.
Na ja, hoffentlich hält die neue Brücke dann ein paar Jahrzehnte.

Timm-Kröger-Weg: Haltestelle ohne Zukunft?

Die Buslinie 10 soll in Zukunft nicht mehr an der Endhaltestelle Timm-Kröger-Weg halten.
Es habe einigen zu sehr gelärmt, so heißt es.
Aber nun ist der Ärger noch größer.
Besonders die zahlreich in der Nähe wohnenden Senioren beschweren sich.
Gerade für ältere Menschen ist es ja nicht zumutbar - womöglich noch mit vollen Einkaufstaschen - über einen Kilometer zurückzulegen, und darauf läuft für viele die Schließung dieser Haltestelle (sagt man bei einer Haltestelle “Schließung”) hinaus.
Die AFAG hat uns hier vor vollendete Tatsachen gestellt, aber wir können ja zurückschlagen. Wie wäre es mit einer Bürgerinitiative, einer Unterschriftenaktion etwa?
Worauf könnte das sonst hinauslaufen?
Zum Beispiel darauf, daß ein alter Mensch, der bislang Selbstversorger war und in einer eigenen Wohnung lebte, ins Pflegeheim muß.
Er wird also zum Pflegefall, weil die Haltestelle nicht mehr angefahren wird, nicht weil sich sein gesundheitlicher Zustand verschlechtert hätte.
Das wäre doch grotesk.
Also, Leute, macht Druck!
Jaja, ich weiß, die meisten Blog-Leser sind jung. Aber heißt das, daß Euch dieses Problem nicht kümmern sollte? Ein bißchen Solidarität wäre nett!
Außerdem werden wir auch mal alt - zumindest dürfen wir das hoffen.
Und dann wollen wir wohl kaum dort eine Wüste vorfinden, wo einst ein öffentlicher Personennahverkehr war.
Außerdem habe ich den Verdacht, daß sich überhaupt niemand über den Lärm der sich an der Endhaltestelle warmbrummenden Busse beschwert hat.
Denn
1. brummen die ja, wie gesagt, bloß und machen keinen auf Dauer unerträglichen Lärm wie etwa Motrräder.
Und
2. ist das möglicherweise nur ein Vorwand der AFAG, die diese Haltestelle eben vielleicht einfach einsparen will.
Der AFAG-Geschäftsführer mit dem obszönen Namen Möser sollte sich dazu mal äußern.

Stadtdenkerin???

Elsebeth Gerner Nielsen ist Stadtdenkerin Flensburgs.
Wie konnte es zu diesem Kuriosum kommen?
Der Verein Flensburger Baukultur ist dafür verantwortlich. Zumindest hat er die Stadtdenkerangelegenheit initiiert.
Mir ist aber immer noch schleierhaft, was das soll.
Vielleicht können es sich die Initiatoren auch nicht denken. Das wäre nur konsequent. Denn sie wollen / können ja nicht denken, sondern wollen / müssen denken lassen.
Das ist alles sehr obskur.

Die Falknerei lebt - jedenfalls in Glücksburg!

Dirk Harders heißt der ausgebildete Falkner, der diese Tradition im Schloßpark Glücksburg wiederaufleben läßt, nicht nur zur Freude von Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein, sondern auch zu meiner, und hoffentlich auch zur Freude vieler anderer.
Die Einführung der Falknerei ist Bestandteil der Umgestaltung des Schloßparks im Großen.
Heute sind immer mehr Menschen von der Falknerei fasziniert, die beinahe schon eine ausgestorbene Kunst war.
Im Mittelalter war sie von größter Bedeutung, der Falkner war einer der bedeutendsten Männer am jeweiligen Fürstenhofe.
Kaiser Friedrich II. (der Staufer) schrieb in lateinischer Sprache ein Buch über die Beizjagd (also die Jagd mit Falken und anderen Greifvögeln).
Als sich die Schußwaffen ausbreiteten, ging es mit der Falknerei rapide bergab.
Heute schätzt man sie wieder: wegen der Schönheit der Vögel selbst und der aristokratischen Anmut ihrer Bewegungen.
So ganz bin ich mir noch nicht darüber im klaren, wie in Glücksburg gearbeitet werden wird und welche Arten von Falken dort zu sehen sein werden.
In jedem Fall sind Flugshows mit abgerichteten Falken immer spektakulär.

Geesche Braren - wunderhübsch

Die Niederdeutsche Bühne hat bekanntlich so einige Attraktionen und überrascht desöfteren mit neuen.
Die größte und attraktivste Attraktion (ja, diese Dopplung ist beabsichtigt) ist Geesche Braren.
Diese ist nicht nur eine furiose Schauspielerin, die zu erstaunlicher Subtilität fähig ist, sie ist auch eine gar wunderhübsche Frau, deren Liebenswürdigkeit sich in der Lieblichkeit ihres Gesichts spiegelt und deren physische Präsenz schon für so manche schlaflose Nacht nach dem Theaterbesuch gesorgt haben wird.
Weder ihre stolze, klare Mimik, noch ihre festen, aber geschmeidigen Bewegungen wird der Zuschauer so schnell vergessen - und kommt immer wieder.
Ja, ich glaube tatsächlich, daß die Stücke der Niederdeutschen Bühne ohne Geesche Braren um ein Drittel weniger gut besucht wären.
Mindestens.

Was ist los in Harrislee?

Man muß sich über Harrislee wundern. Nicht nur, daß es da seit Mitte des Jahres einen Förderverein (bezogen auf die Zentralschule) gibt, jetzt machen sich Harrisleer auch noch per Unterschriftenaktion gegen die Abschiebung eines Armeniers stark.
So soll und muß es sein. Harrislee wird langsam zu einem Zentrum der Zivilcourage.
Daran sollte sich Flensburg ein Beispiel nehmen.

Thomas Overdick statt Jutta Glüsing im Schiffahrtsmuseum

Schifffahrtsmuseum - muß ich das jetzt auch so schreiben, obwohl ich mich an die alte Schreibung halte?
Nach der alten Schreibung nämlich heißt es:
Schiffahrtsmuseum.
Mit zwei f.
Der Reform zufolge aber wird das Wort mit drei f geschrieben. Das würde mich normalerweise nicht stören, aber es ist ja vielleicht nicht nur ein Wort, sondern in diesem Zusammenhang auch ein Eigenname.
Und bin ich dann verpflichtet, es doch mit drei f zu schreiben?

Na ja, ich hab Sorgen!
Aber zur Sache:
Jutta Glüsing hat sich als Leiterin des Schiffahrtsmuseums (so, nun bleibe ich bei der Schreibung) verabschiedet, Thomas Overdick steht nun an der Spitze.
Na, dann wollen wir dem mal die üblichen 100 Tage Schonfrist gewähren und nicht gleich alles bekritteln.
Vielmehr werfen wir einen Blick zurück auf Jutta Glüsing, allerdings ebenfalls ohne Kritik.
Denn was wäre an Frau Glüsings Arbeit zu beanstanden? Ich wüßte rein gar nichts. Sollte jemandem dennoch etwas einfallen, darf er oder sie hier natürlich gerne einen Kommentar einstellen.
Jutta Glüsing war sich tatsächlich immer ihrer Verantwortung bewußt.
Und sie verband - eine leider seltene Kombination - Sachverstand mit Durchsetzungsvermögen, dessen Grenzen natürlich immer die der Fairness waren. Darüber wollte und konnte sie nicht hinaus.
Ihre burschikose Art, ihre herbe, androgyne, aber sympathische Präsenz dürfte, müßte, sollte uns Flensburgern immer in guter Erinnerung bleiben.

Di
17
Okt '06

Friedemann Diederichs kommentiert wacker weiter

In der Ausgabe des Flensburger Tageblatts vom 26. September findet sich ein Kommentar von Friedemann Diederichs über “Bushs Täuschungen”.
Dort heißt es:

“Kurz nach Beginn des Irak-Kriegs hatte sich US-Präsident George W. Bush das erste Mal eine Täuschung der Weltöffentlichkeit vorwerfen lassen müssen: Da ging es um die Behauptung, man habe sichere Erkenntnisse über die Existenz und Weiterentwicklung von Masse-Vernichtungswaffen im Irak. Im gleichen Atemzug beharrte das Weiße Haus darauf, daß es Verbindungen von Saddam und der Al-Kaida-Terrororganisation gibt.
Beide Aussagen gelten heute als zweifelsfrei widerlegt. Und Bush müsste eigentlich aus dem massiven Image-Schaden, der aus dieser falschen Argumentation resultierte, klug geworden sein. Ist er aber nicht. Denn wie sonst lässt sich erklären, dass er weiter unbeirrbar behauptet, der Irak-Krieg habe sein Land und den Rest der Welt sicherer gemacht?
Diese These zog sich durch alle Bush-Reden während der Gedenkfeiern für die September-Anschläge.”

Und so weiter.
Es ist bemerkenswert, daß Diederichs und viele andere sich immer wieder als mutige Bush-Kritiker inszenieren, obwohl sie doch nur eine Mehrheitsmeinung wiedergeben:
Hätte man vor der letzten Präsidentschaftswahl spaßeshalber den Deutschen die Sonntagsfrage gestellt, dann hätten doch wohl mindestens 95% gegen Bush gestimmt.
Außerdem sollte man sich vielleicht mal die Frage stellen, ob die Feststellung, daß der Irak-Krieg mit Propaganda-Lügen vorbereitet wurde, ausreicht, um den Krieg abzulehnen.
Hat man vielleicht schon vergessen, daß Saddam die eigene Bevölkerung drangsalierte und die Kurden terrorisierte?
Daß er ohne noch so fadenscheinige Begründung Kuweit überfiel?
Daß er das Existenzrecht Israels bestritt und Rakteten auf den einzigen zivilisierten Staat im Nahen Osten abfeuern ließ?

Die US-Folter im Irak ist zwar eine Katastrophe, die zum Rücktritt der gesamten Regierung hätte führen müssen (nicht nur zu der Rumsfelds, und selbst der blieb im Amt), aber Bush hat recht, wenn er sagt, die Welt sei ohne Saddam eine bessere.
Ein wenig besser wäre sie ohne Bush, Cheney und dergleichen natürlich auch.

Zentralschule Harrislee und der Förderverein

Schule ist, was man daraus macht.
Das gilt nicht nur für die Schüler im Klassenverband und im Unterricht, nein, das kann man auch ganz anders fassen.
Bislang konnten sich die meisten kaum vorstellen, daß es, was die Entscheidungsebene betrifft, noch etwas jenseits von Lehrerkonferenzen und Elternbeiräten gibt.
In Harrislee ist das seit Mitte des Jahres anders:
Die Zentralschule Harrislee darf sich über einen Förderverein freuen.
Dieser besteht aus engagierten Eltern von Schülern des Lehrinstituts.
Bislang ist die Zahl der Mitglieder des Vereins noch überschaubar, aber je mehr er auf sich aufmerksam macht, desto mehr Zulauf könnte er erhalten.
Der Förderverein betrachtet es als seine Aufgabe, schülerbezogene Projekte zu entwickeln bzw. mitzufinanzieren, etwa wenn es um Karriereorientierung bei Schülern geht, deren Schulabschluß vor der Tür steht.
In jedem Fall ist es begrüßenswert, daß sich die Mitglieder des Fördervereins, statt sich nur um ihre eigenen Kinder zu kümmern, für die Jugend ihrer Heimat generell einsetzen.
Es wird zwar in diesem Lande immer viel über Vereinzelung und wachsenden Egoismus geunkt, aber das Beispiel dieses Förderverins zeigt, daß das Gegenteil der Fall ist (oder zumindest sein kann).
Es wäre schön, wenn sich Eltern an anderen Schulen unserer Region durch den Verein zur Gründung ähnlicher Organisationen anregen ließen.

Krankenhaus-Kooperation ein Erfolg?

Seit Anfang des Jahres existiert die Krankenhaus-Kooperation von Diakonissenkrankenhaus und Franziskus-Hospital.
Beide seien, so beteuerte Pastor Frank Schlicht Ende des vergangenen Monats, durch die Kooperation gestärkt worden.
Als Beleg dafür nannte er den Anstieg der Zahl der in den beiden Häusern behandelten Patienten um 3 Prozent.
Ist das ganze aber wirklich ein Erfolg?
Leider kann ich das nicht beurteilen, aber es interessiert mich schon mächtig, weil ich im Pflegebereich Zivildiesnt gemacht habe.
Also, lieb Schwestern, liebe Pfleger, stellt hier mal Kommentare ein.
Wie hat sich überhaupt die Zahl der Arbeitskräfte seit Anfang des Jahres entwickelt?
Liegt da der Hund begraben resp. der Hase im Pfeffer?

Was sagt Friedemann Diederichs?

Nichts Gutes.
Im Flensburger Tageblatt vom 25. September findet sich ein Kommentar von ihm über Gerüchte, den gesundheitlichen Zustand oder gar das Ableben Osama Bin Ladens betreffend.
Dort heißt es:

“Und intern würde man unter den Extremisten den Tod Bin Ladens ohnehin unter der Devise verkaufen: Unser Führer ist endlich in die lange ersehnte Märtyrer-Rolle geschlüpft.”

Das aber ist eine entlarvende Aussage, keineswegs also eine Devise, die geeignet ist, etwas zu verkaufen.
Was dieser Diederichs nicht alles verwechselt.
Außerdem dürfte es islamistischen Propagandisten schwerfallen, ein altersbedingtes Ableben als Märtyrertod darzustellen.

Unsinn im Flensburger Tageblatt

Natürlich werfe auch ich manchmal einen Blick ins Flensburger Tageblatt. Nicht weil ich diese Zeitung so außerordentlich schätze, sondern aus Mangel an Alternativen. Sicher, in den Kieler Nachrichten kommt Flensburg auch vor, aber für umfassende Informationen ist man dann doch auf das Tageblatt angewiesen.
Das Niveau dieser Zeitung ist allerdings außerordentlich niedrig - noch niedriger als das der Kieler Nachrichten.
Aber so etwas sollte man nicht einfach so behaupten - ich ärgere mich jedenfalls oft, wenn andere Menschen Werturteile aufstellen, ohne sie zu begründen, ja ohne sie begründen zu können.
Daher werden hier Begründungen folgen.
In diesem Artikel und in manchen anderen.
Da nehme ich doch einfach mal das Tageblatt vom 25.9. zur Hand, weil es mir gerade am nächsten liegt.
Unter der Überschrift

“Neptun - vor 160 Jahren entdeckt”

heißt es da:

“Bis heute gilt die Entdeckung des Neptun als eine der größten astronomischen und naturwissenschaftlichen Ereignisse überhaupt.”

Nun ist doch aber die Astronomie eine Naturwissenschaft. “Astronomisch und naturwissenschaftlich” ergibt also keinen Sinn. Was der Autor uns sagen wollte, ist zu ahnen, er kann es aber nicht.
Damit wollen wir es in diesem Beitrag bewenden lassen. Später mehr.