In der Ausgabe des Flensburger Tageblatts vom 26. September findet sich ein Kommentar von Friedemann Diederichs über “Bushs Täuschungen”.
Dort heißt es:
“Kurz nach Beginn des Irak-Kriegs hatte sich US-Präsident George W. Bush das erste Mal eine Täuschung der Weltöffentlichkeit vorwerfen lassen müssen: Da ging es um die Behauptung, man habe sichere Erkenntnisse über die Existenz und Weiterentwicklung von Masse-Vernichtungswaffen im Irak. Im gleichen Atemzug beharrte das Weiße Haus darauf, daß es Verbindungen von Saddam und der Al-Kaida-Terrororganisation gibt.
Beide Aussagen gelten heute als zweifelsfrei widerlegt. Und Bush müsste eigentlich aus dem massiven Image-Schaden, der aus dieser falschen Argumentation resultierte, klug geworden sein. Ist er aber nicht. Denn wie sonst lässt sich erklären, dass er weiter unbeirrbar behauptet, der Irak-Krieg habe sein Land und den Rest der Welt sicherer gemacht?
Diese These zog sich durch alle Bush-Reden während der Gedenkfeiern für die September-Anschläge.”
Und so weiter.
Es ist bemerkenswert, daß Diederichs und viele andere sich immer wieder als mutige Bush-Kritiker inszenieren, obwohl sie doch nur eine Mehrheitsmeinung wiedergeben:
Hätte man vor der letzten Präsidentschaftswahl spaßeshalber den Deutschen die Sonntagsfrage gestellt, dann hätten doch wohl mindestens 95% gegen Bush gestimmt.
Außerdem sollte man sich vielleicht mal die Frage stellen, ob die Feststellung, daß der Irak-Krieg mit Propaganda-Lügen vorbereitet wurde, ausreicht, um den Krieg abzulehnen.
Hat man vielleicht schon vergessen, daß Saddam die eigene Bevölkerung drangsalierte und die Kurden terrorisierte?
Daß er ohne noch so fadenscheinige Begründung Kuweit überfiel?
Daß er das Existenzrecht Israels bestritt und Rakteten auf den einzigen zivilisierten Staat im Nahen Osten abfeuern ließ?
Die US-Folter im Irak ist zwar eine Katastrophe, die zum Rücktritt der gesamten Regierung hätte führen müssen (nicht nur zu der Rumsfelds, und selbst der blieb im Amt), aber Bush hat recht, wenn er sagt, die Welt sei ohne Saddam eine bessere.
Ein wenig besser wäre sie ohne Bush, Cheney und dergleichen natürlich auch.



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