Flensburg-Blog: Das Weblog von Flensburgern für Flensburger

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Mi
18
Okt '06

Sinnlichkeit hat einen Namen - Sandra Schulz

Ich zitiere zunächst mal aus dem Flensburger Tageblatt vom 10. Oktober, damit jeder weiß, worum es geht:

“´Dieses Haus steht am allerdichtesten dran, und wir bekommen als letzte den Lärmschutz´, ärgert sich Sandra Schulz. Sie steht auf der Terrasse ihres Hauses an der Rosenstraße, während hinter ihr zum Greifen nahe nur ein Teil des Sichtschutzes den Verkehr auf der neuen Osttangente verdeckt. Sie fragt sich, ´wie es angehen kann´, daß zur Eröffnung Lärm- und Sichtblenden noch unvollendet sind. Ihre Familie und sie wohnen ´die ganze Zeit auf einer Baustelle´, langsam werde sie ´mürbe´, gesteht Schulz ein.”

Ich aber gestehe meinerseits freimütig ein, daß ich strikt gegen Sichtblenden bin, wenn es um Sandra Schulz geht.
Denn dankenswerterweise zeigt das Flensburger Tageblatt ein Porträtfoto der Dame.
Und was soll ich Euch sagen?
Sie ist geradezu der Inbegriff verhaltener Sinnlichkeit, vom halblangen Blondhaar über die bescheiden funkelnden Augen und die hohen Wangenknochen bis zum rustikal proportionierten Mund.
Wer sich da nicht verliebt, der muß wohl durch eine bereits bestehende Liebe arg verblendet sein.
Oder er ist eben schwul.
Andere Möglichkeiten gibt es da nicht.
Aber leider hat die Dame Familie, wie aus dem Artikel hervorgeht.
Da ist dann wohl bis auf weiteres nichts zu machen.
Oh, hätte ich doch nie das Flensburger Tageblatt vom 10. September aufgeschlagen.
Zumindest nicht an der betreffenden Stelle.

Bernd Ahlert schreibt Quatsch

Und zwar kann man das im Flensburger Tageblatt vom 10. Oktober nachlesen.
Dort ist ein Kommentar von ihm über Nordkorea und die Bombe erschienen, in dem es heißt:

“Es ist müßig zu fragen, wie es dem isolierten Land überhaupt gelingen konnte, in den Besitz nuklearer Technologie zu gelangen, um eine einsatzfähige Bombe zu bauen. Fest steht: Mit Nordkoreas Aufstieg zur Atommacht wird ein ebenso sensibles wie fragiles militärstrategisches Gleichgewicht in Asien aus den Bahnen geworfen. Ein nukleares Wettrüsten in Fernost könnte die Folge sein.”

Das Land hat möglicherweise keine Atombombe, sondern seine Führung will die Weltöffentlichkeit dies nur glauben machen. Daran ändert auch die jüngste “Expertise” aus den USA nichts.
Und Ahlert schwadroniert von einem “ebenso sensiblen wie fragilen Gleichgewicht”. Wenn “sensibel” hier nicht soviel wie “fragil” bedeuten soll, was denn dann?
Worin könnte im übrigen die Sensibilität eines Gleichgewichts bestehen?
Das wird uns auch Ahlert nicht beantworten können.
Fast zu schweigen davon, daß ein Gleichgewicht auch nicht fragil sein kann.
Besonders schön aber ist es, daß dieses sensible und fragile Gleichgewicht aus einer Bahn, nein gleich aus mehreren Bahnen geworfen worden ist.
Das ist Ahlertsche Metaphorik at its best.

Bahnbrücke wird abgerissen

Die Bahnbrücke in Richtung Schleswiger Straße wird abgerissen.
Daran ließ der Infrastrukturausschuß nun keinen Zweifel mehr.
Grund: Das Ding ist halt total marode.
Der Neubau wird dann schon den Großteil des nächsten Jahres beanspruchen, und so lange wird man Umwege nehmen müssen, was in dieser dichtbefahrenen Gegend nicht ganz unproblematisch sein dürfte.
Na ja, hoffentlich hält die neue Brücke dann ein paar Jahrzehnte.

Timm-Kröger-Weg: Haltestelle ohne Zukunft?

Die Buslinie 10 soll in Zukunft nicht mehr an der Endhaltestelle Timm-Kröger-Weg halten.
Es habe einigen zu sehr gelärmt, so heißt es.
Aber nun ist der Ärger noch größer.
Besonders die zahlreich in der Nähe wohnenden Senioren beschweren sich.
Gerade für ältere Menschen ist es ja nicht zumutbar - womöglich noch mit vollen Einkaufstaschen - über einen Kilometer zurückzulegen, und darauf läuft für viele die Schließung dieser Haltestelle (sagt man bei einer Haltestelle “Schließung”) hinaus.
Die AFAG hat uns hier vor vollendete Tatsachen gestellt, aber wir können ja zurückschlagen. Wie wäre es mit einer Bürgerinitiative, einer Unterschriftenaktion etwa?
Worauf könnte das sonst hinauslaufen?
Zum Beispiel darauf, daß ein alter Mensch, der bislang Selbstversorger war und in einer eigenen Wohnung lebte, ins Pflegeheim muß.
Er wird also zum Pflegefall, weil die Haltestelle nicht mehr angefahren wird, nicht weil sich sein gesundheitlicher Zustand verschlechtert hätte.
Das wäre doch grotesk.
Also, Leute, macht Druck!
Jaja, ich weiß, die meisten Blog-Leser sind jung. Aber heißt das, daß Euch dieses Problem nicht kümmern sollte? Ein bißchen Solidarität wäre nett!
Außerdem werden wir auch mal alt - zumindest dürfen wir das hoffen.
Und dann wollen wir wohl kaum dort eine Wüste vorfinden, wo einst ein öffentlicher Personennahverkehr war.
Außerdem habe ich den Verdacht, daß sich überhaupt niemand über den Lärm der sich an der Endhaltestelle warmbrummenden Busse beschwert hat.
Denn
1. brummen die ja, wie gesagt, bloß und machen keinen auf Dauer unerträglichen Lärm wie etwa Motrräder.
Und
2. ist das möglicherweise nur ein Vorwand der AFAG, die diese Haltestelle eben vielleicht einfach einsparen will.
Der AFAG-Geschäftsführer mit dem obszönen Namen Möser sollte sich dazu mal äußern.

Stadtdenkerin???

Elsebeth Gerner Nielsen ist Stadtdenkerin Flensburgs.
Wie konnte es zu diesem Kuriosum kommen?
Der Verein Flensburger Baukultur ist dafür verantwortlich. Zumindest hat er die Stadtdenkerangelegenheit initiiert.
Mir ist aber immer noch schleierhaft, was das soll.
Vielleicht können es sich die Initiatoren auch nicht denken. Das wäre nur konsequent. Denn sie wollen / können ja nicht denken, sondern wollen / müssen denken lassen.
Das ist alles sehr obskur.

Die Falknerei lebt - jedenfalls in Glücksburg!

Dirk Harders heißt der ausgebildete Falkner, der diese Tradition im Schloßpark Glücksburg wiederaufleben läßt, nicht nur zur Freude von Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein, sondern auch zu meiner, und hoffentlich auch zur Freude vieler anderer.
Die Einführung der Falknerei ist Bestandteil der Umgestaltung des Schloßparks im Großen.
Heute sind immer mehr Menschen von der Falknerei fasziniert, die beinahe schon eine ausgestorbene Kunst war.
Im Mittelalter war sie von größter Bedeutung, der Falkner war einer der bedeutendsten Männer am jeweiligen Fürstenhofe.
Kaiser Friedrich II. (der Staufer) schrieb in lateinischer Sprache ein Buch über die Beizjagd (also die Jagd mit Falken und anderen Greifvögeln).
Als sich die Schußwaffen ausbreiteten, ging es mit der Falknerei rapide bergab.
Heute schätzt man sie wieder: wegen der Schönheit der Vögel selbst und der aristokratischen Anmut ihrer Bewegungen.
So ganz bin ich mir noch nicht darüber im klaren, wie in Glücksburg gearbeitet werden wird und welche Arten von Falken dort zu sehen sein werden.
In jedem Fall sind Flugshows mit abgerichteten Falken immer spektakulär.

Geesche Braren - wunderhübsch

Die Niederdeutsche Bühne hat bekanntlich so einige Attraktionen und überrascht desöfteren mit neuen.
Die größte und attraktivste Attraktion (ja, diese Dopplung ist beabsichtigt) ist Geesche Braren.
Diese ist nicht nur eine furiose Schauspielerin, die zu erstaunlicher Subtilität fähig ist, sie ist auch eine gar wunderhübsche Frau, deren Liebenswürdigkeit sich in der Lieblichkeit ihres Gesichts spiegelt und deren physische Präsenz schon für so manche schlaflose Nacht nach dem Theaterbesuch gesorgt haben wird.
Weder ihre stolze, klare Mimik, noch ihre festen, aber geschmeidigen Bewegungen wird der Zuschauer so schnell vergessen - und kommt immer wieder.
Ja, ich glaube tatsächlich, daß die Stücke der Niederdeutschen Bühne ohne Geesche Braren um ein Drittel weniger gut besucht wären.
Mindestens.

Was ist los in Harrislee?

Man muß sich über Harrislee wundern. Nicht nur, daß es da seit Mitte des Jahres einen Förderverein (bezogen auf die Zentralschule) gibt, jetzt machen sich Harrisleer auch noch per Unterschriftenaktion gegen die Abschiebung eines Armeniers stark.
So soll und muß es sein. Harrislee wird langsam zu einem Zentrum der Zivilcourage.
Daran sollte sich Flensburg ein Beispiel nehmen.

Thomas Overdick statt Jutta Glüsing im Schiffahrtsmuseum

Schifffahrtsmuseum - muß ich das jetzt auch so schreiben, obwohl ich mich an die alte Schreibung halte?
Nach der alten Schreibung nämlich heißt es:
Schiffahrtsmuseum.
Mit zwei f.
Der Reform zufolge aber wird das Wort mit drei f geschrieben. Das würde mich normalerweise nicht stören, aber es ist ja vielleicht nicht nur ein Wort, sondern in diesem Zusammenhang auch ein Eigenname.
Und bin ich dann verpflichtet, es doch mit drei f zu schreiben?

Na ja, ich hab Sorgen!
Aber zur Sache:
Jutta Glüsing hat sich als Leiterin des Schiffahrtsmuseums (so, nun bleibe ich bei der Schreibung) verabschiedet, Thomas Overdick steht nun an der Spitze.
Na, dann wollen wir dem mal die üblichen 100 Tage Schonfrist gewähren und nicht gleich alles bekritteln.
Vielmehr werfen wir einen Blick zurück auf Jutta Glüsing, allerdings ebenfalls ohne Kritik.
Denn was wäre an Frau Glüsings Arbeit zu beanstanden? Ich wüßte rein gar nichts. Sollte jemandem dennoch etwas einfallen, darf er oder sie hier natürlich gerne einen Kommentar einstellen.
Jutta Glüsing war sich tatsächlich immer ihrer Verantwortung bewußt.
Und sie verband - eine leider seltene Kombination - Sachverstand mit Durchsetzungsvermögen, dessen Grenzen natürlich immer die der Fairness waren. Darüber wollte und konnte sie nicht hinaus.
Ihre burschikose Art, ihre herbe, androgyne, aber sympathische Präsenz dürfte, müßte, sollte uns Flensburgern immer in guter Erinnerung bleiben.