Flensburg-Blog: Das Weblog von Flensburgern für Flensburger

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Sa
23
Dez '06

Sportland beherbergt Katzenpräsentation

Hunderte von Rassekatzen wurden Anfang Dezember im Sportland präsentiert.
Eine Veranstaltung von Katzenliebhabern für Katzenliebhaber?
Vielleicht, aber den wirklichen Bewunderern der Hauskatze ist klar, daß die nicht gezüchteten Katzen einfach die schönsten sind.
Eine Katze ist eine auf höchstem Niveau formvollendete Erscheinung. Es ist ganz und gar witzlos, daran noch groß rumzüchten zu wollen.
Eben darum, nehme ich an, sind ja auch die meisten der Veranstaltunfg ferngeblieben.
Bewohner dieser Stadt haben eben Geschmack.

Was für eine Schlagzeile

Ich meine natürlich nicht diese, sondern jene, die ich im Flensburger Tageblatt am 4. Dezember fand. Folgendermaßen lautet sie:

“SG bringt sich in Celje um Kopf und Kragen”

Und weiter heißt es dort:

“War das schon der K.o. für die SG Flensburg-Handewitt in der Champions League?”

Was für eine Frage!
Denn sie wurde ja in der Überschrift schon beantwortet.
Sich um Kopf und Kragen bringen
bedeutet eben: Es ist aus.

Und das ist in diesem Zusammenhang auch noch, wie wir ja inzwischen wissen, falsch.

Mathias Wohlrab widmet sich im Flensburger Tageblatt dem HSV

Das wollen wir uns doch mal näher ansehen.
Also: Flensburger Tageblatt vom 13. Dezember, Kommentar auf Seite 2:

“Wer die Leistungen der Bundesliga-Mannschaft für das größte Problem des HSV gehalten hat, ist auf der Mitgliederversamlung eines Besseren belehrt worden. Während der entwürdigenden Veranstaltung wurde deutlich: Der HSV kämpft nicht nur gegen den Abstieg. Er kämpft hinter den Kulissen um seine Existenz.”

Wen aber sollte diese Veranstaltung entwürdigt haben?
Diese Frage läßt der Autor offen.
Und daß der HSV um seine Existenz kämpft, kann doch nicht Wohlrabs Ernst sein.
Der HSV wird nicht absteigen, und er ist auch langfristig in seiner Existenz nicht bedroht.
Das Ende des HSV wird man aus Flensburg gewiß nicht herbeischreiben können.

Betrunken in Flensburg

Es ist erst eine Woche her, da verbot die Polzei Flensburg das in See Stechen des Schleppers Henrik.
Grund: Die Besatzung einschließlich des Kapitäns hatte mächtig geladen.
Was aber verwundert, ist, daß lediglich eine siebzehnstündige Verzögerung des Auslaufens verfügt wurde.
Sonderbar - Autofahrer sind doch in solchen Fällen gleich ihren Führerschein los.
Warum gilt das nicht auch für diejenigen, die ein Schiff zu steuern haben. Hier können Fehler ja noch verheerendere Folgen haben.

Michael Braun: Mann vieler Worte, aber nicht Mann des Wortes

Flensburger Tageblatt vom 12. Dezember, Kommentar von Michael Braun:

“Ernst Weltekes Sorgen, er habe Söhne im Studium, die erste Frau großzügig abgesichert, dazu Ausgaben für Miete und Versicherungen, und dann seien die 80.000 Euro Pension weg, die hatte er vor zwei Jahren einem Boulevard-Blatt mitgeteilt.”

Sorgen, die hatte er mitgeteilt?
Ist das Deutsch?
Weiter im Text:

“´ Dumm gelaufen´, kann man dazu nur sagen. Diese Sorgen hätten gerne viele Menschen, die auch studierende Kinder finanzieren und Steuern und Versicherungen zahlen müssen, die aber nicht 8000 Euro zur Verfügung haben.”

Nein, nicht:
“Diese Sorgen hätten gerne viele Menschen …”,
sondern:
Diese Sorgen hätten viele Menschen gern.
Wieder Braun:

“Gut, dass der frühere Bundesbankpräsident diese weinerliche Argumentation gestern nicht wiederholt hat.”

Das wird er doch wohl deshalb unterlassen haben, weil es für die rechtliche Beurteilung der Sache irrelevant ist.

Ach nein, auch dieser Herr Braun ist wirklich kein guter Kommentator.

Kreis Schleswig-Flensburg kontaminiert?

Radon entsteht beim Zerfall von Uran.
Und die Radon-Konzentration ist in unserem Kreis hoch: so hoch wie in keinem anderen Kreis Norddeutschlands, wie die Stifung Warentest herausfand.
Die Ursache freilich ist eine natürliche: Wir haben es mit Abgasungen aus dem Erdreich zu tun.
Und Radon gilt zwar als Lungenkrebs-Verursacher, aber über eine signifikant höhere Zahl von Lungenkrebserkrankungen in unserem Kreis ist bislang nichts bekannt.

Im Flensburger Tageblatt gefunden und für schlecht befunden

Flensburger Tageblatt vom 11. Dezember, Seite 10.
Überschrift:

“Kunst & Co: Neues Team für die nächste Dekade”

Darunter heißt es:

“Für einen kleinen Verein ist es eine große Zäsur”

Zäsuren aber pflegen nicht groß, sondern allenfalls tief zu sein.
Mit solchen Worten wie “Zäsur” ist der eine oder andere beim Flensburger Tageblatt eben überfordert.
Daher mein Tip:
Drücken Sie sich einfacher aus!
So wie es Ihnen gemäß ist.
Die Leser werden es Ihnen danken.

Die Krawatte des Oberbürgermeisters

Was käme dabei heraus, wenn man einen repräsentativen Querschnitt der Flensburger fragen würde, wie der Flensburger Oberbürgermeister heißt?
Ich tippe, nur 25 Prozent wüßten den Namen.
Den übrigen sei gesagt:
Tscheuschner heißt er, Klaus Tscheuschner.
Und bemerkenswert ist er vor allem wegen seiner quergestreiften Krawatte. Farblich folgen dabei aufeinander: dunkelgrün, mittelgrün, hellgrün, dann wieder dunkelgrün und so weiter.
Könnt Ihr Euch das vorstellen?
Es ist erstaunlich, daß solche Krawatten überhaupt hergestellt werden. Die passen doch zu nichts!
Noch erstaunlicher, daß sie auch noch gekauft werden.
Und dann auch noch von einem Oberbürgermeister einer Fast-Großstadt.
Wir dürfen also feststellen, daß Herr Tscheuschner in Sachen Kleidung keinen Geschmack hat - und auch niemanden, der ihn davor bewahrt, seine Geschmacklosigkeit resp. deren Resultate überall herumzuzeigen.

Im April wird die alte Bahnbrücke in Klump und Asche gehauen

Vulgo abgerissen. Sie hat ja keinen besonderen Wert, ist also nicht schützenswert, kann also tatsächlich ohne weiteres in die ewigen Baugründe eingehen.
Aber dann:
Wenn die neue Brücke bei der Schleswiger Straße gebaut wird, und das dauert ja seine Zeit, schauen Fußgänger und Radfahrer in die Röhre. Der Umweg, den sie in Kauf nehmen müssen, kann dann schon eine Viertelstunde kosten.
Wenigstens die Fußgänger.

FolkBaltica muß bleiben

Dafür setzt sich der SSW in Gestalt von Frau Spoorendonk ein.
Dem kann man nur zustimmen. Hier beim Land und auch in der Stadt die Mittel zu kürzen, hieße am falschen Ende sparen.
Die FolkBaltica ist eine der wichtigsten Kulturveranstaltungen in Schleswig-Holstein, und sie ist international - eben im ganzen Ostseeraum von Bedeutung.
Es dürfte ein schlechtes Licht auf die Landesregierung werfen, wenn sie diese zarte Pflanze verkümmern läßt.

Flensburg produziert Exportschlager

Nicht nur der Flensburger Strom ist anderswo beliebt, sondern zum Beispiel auch die Schiffe der Flensburger Schiffbaugesellschaft:
Eine Reederei aus dem fernen Istanbul hat dort jüngst erst wieder zwei Fähren in Auftrag gegeben.
Also: Man sieht mal wieder, daß in Flensburg einiges an Fachkompetenz versammelt ist.

Aus Flensburg oder Umgebung schilt man Bush einen Zauderer

Andernorts nennt man den kurrenten US-Präsidenten einen Verbrecher, einen Massenmord-Auftraggeber, einen Folterherrn und einen Terroristen. Friedemann Diederichs setzt in einem Kommentar des Flensburger Tageblatts vom 14. Dezember noch einen drauf, indem er Bush schon in der Überschrift einen Zauderer nennt:
Diederichs weiter:

“Bis Weihnachten wollte US-Präsident George W. Bush eine Kursänderung für den Irak festklopfen - doch das soll erst im neuen Jahr geschehen. Was steckt hinter diesem Zögern?”

Na, da sind wir aber mal gespannt, müssen aber, bevor wir in unserem Zitat fortfahren, doch feststellen, daß man eine Kursänderung nicht festklopfen kann.

“Zum einen zeigt sich einmal mehr die Bürde für Amerika, einen Politiker zu gleich zwei Amtszeiten gewählt zu haben, dessen außenpolitische Erfahrung beim Einzug in die Regierungszentrale gleich null war - und der deshalb extrem beratungsabhängig ist.”

Sollte er inzwischen aber nicht mehr sein, weil er ja reichlich Erfahrungen sammeln konnte. Daß ihm das nicht recht gelungen ist, daß er also seine Erfahrungen nicht richtig verwerten konnte, steht auf einem anderen Blatt.
Jedenfalls, wie schon angedeutet, es handelt sich bei diesem Kommentar um Affirmation, die sich kritisch gibt.

Flensburg und das Ziel des ausgeglichenen Haushalts

Flensburg hat nun seinen Haushalt für das Folgejahr.
Natürlich ist er wieder nicht ausgeglichen.
Aber wer erwartet das auch von dieser Stadt und einem Parlament, in dem sich Pateiaustritte häufen?
Zugegeben, das war jetzt vielleicht ein wenig unfair: Auch eine besonnene Stadtvertretung hätte es unter gegebenen Umständen nicht auf einen ausgeglichenen Haushalt bringen können.
Aber die Vorkommnisse vor allem in der CDU-Fraktion in diesem Jahr geben den Bürgern eben das Gefühl, nicht gut vertreten zu sein.

Eröffnung der neuen Bücherei?

Irgendwann wird sie eröffnet werden - die Stadtbücherei in der Flensburger Galerie.
Doch zum Beginn des neuen Jahres wird es nichts damit werden.
Leider weiß man noch nicht genau, wann es soweit sein wird, aber, vorsichtig geschätzt, innerhalb des ersten Jahresviertels sollte der Umzug abgeschlossen sein.

Demonstration gegen Nazis

In der vorvergangenen Woche demonstrierten ca. 150 mehrheitlich junge Menschen in Flensburg gegen Neonazis. Es galt, ein Zeichen zu setzen.
Die Demonstration war ja relativ groß angekündigt worden, so daß (fast) alle Interessierten tatsächlich erreicht worden sind.
Dafür war die Teilnehmerzahl aber doch gering.
Andererseits: Schön, daß es überhaupt dazu gekommen ist.

Förderung der FolkBaltica durch Stadt Flensburg

Zwar hat der Kulturausschuß beschlossen, die FolkBaltica auch im kommenden Jahr zu fördern.
Aber wie!
Mit lumpigen, lausigen 10.000 Euro!
Versteht mich bitte nicht falsch, natürlich ist das für einen einzelnen Menschen viel Geld, aber für eine Kulturveranstaltung von dieser Größe ist das doch einfach nur lächerlich.
Sicher, die Stadt ist nicht der einzige Träger der Veranstaltung, aber von einer Trägerschaft kann bei dieser Summe ja kaum die Rede sein.
Das ist ja eher ein zeichenhafter Betrag.
Und das Zeichen, das er setzt, ist: An der Kultur muß gespart werden.
(Nur der SSW setzte sich gebührend emphatisch für eine TATSÄCHLICHE Unterstützung ein.)

Zwei Dinge sind bei dieser Entscheidung offenbar nicht bedacht worden:

1. Der Image-Gewinn Flensburgs durch die FolkBaltica ist enorm. Das sonstige Flensburger Kulturgeschehen wird doch, nehmt es mir nicht übel, außerhalb der Stadt und ihrer näheren Umgebung kaum zur Kenntnis genommen. Ganz anders die Veranstaltung, die ihrem Namen ja tatsächlich gerecht wird: Sie ist wirklich in allen Teilnehmerländern ein Begriff.

2. Damit zusammenhängend muß man feststellen, daß die FolkBaltica jede Menge Leute anzieht. Und alle diese aus dem gesamten Ostseeraum kommenden Menschen müssen essen, trinken und schlafen.
Mit anderen Worten: Den Flensburger Geschäftsleuten gingen viele gute Geschäfte durch die Lappen, würde die FolkBaltica eingedampft.

Also, man kann schon sagen, daß der Kulturausschuß hier eine Fehlentscheidung getroffen hat.

Eislauf am Willy-Brandt-Platz

In anderen Städten ist er längst eine Selbstverständlichkeit, nun hat auch die Flensburger Innenstadt ihren Eislaufplatz.
Zum Schwimmen, Trimmen, Sonnenbaden.

Äh, Verzeihung, ich habe mich gerade in der Jahreszeit geirrt (und übrigens Max Goldt zitiert, ohne das Zitierte durch Anführungszeichen kenntlich zu machen), aber das kann ja bei diesem Wetter schon mal vorkommen.
Und an eben diesem Wetter liegt es auch, daß bislang auf dem Eis nicht so viel los ist - offenbar fühlt man sich erst durch entsprechende Temperaturen motiviert, den Kufen Zucker zu geben.

Der Habicht und die Polen

Ein Thomas Habicht schreibt im Flensburger Tageblatt vom 20. Dezember einen Kommentar.
Ich zitiere:

“Es spricht für die innenpolitische Schwäche der Warschauer Regierung, dass sie die Klage von 22 Ewig-Gestrigen zum Anlass nimmt, den deutsch-polnischen Grenzvertrag in Frage zu stellen. Das Entschädigungsbegehren der ´Preußischen Treuhand´ wurde nicht nur von der Bundesregierung, sondern auch vom Bund der Vertriebenen verurteilt. Eindeutiger kann sich die deutsche Seite nicht erklären.”

Einerseits hat er ja rcht.
Andererseits aber sollte man sich klarmachen, daß der “Bund der Vertriebenen” sich lediglich aus taktischen Gründen distanziert hat.
Man bedenke, wie die entsprechenden Landsmannschaften heißen:
“Landsmannschaft Ostpreußen” und so weiter.
Nicht “Landsmannschaft der Ostpreußen”.
Die Formulierung beinhaltet also schon, daß nach Ansicht dieser Revanchisten Deutschland in den Grenzen von 1937 fortbesteht.

Außerdem sind die in Warschau Regierenden nicht wirklich entrüstet. Sie glauben nur, im Sinne Ihres Populismus das Richtige zu tun. Sie hoffen eben, damit den Popularitätsschwund, der sich bei den letzten Kommunalwahlen zeigte, aufhalten zu können.
Aber wahrscheinlich meinte Habicht das, als er von innenpolitischer Schwäche sprach.