Kryptischer Titel für ein Theaterstück, das am 19.4. auf der kleinen Bühne zu sehen war.
Läßt an einen Birnensorte und an den daraus gewonnen Obstbrand denken.
Das ist natürlich Absicht. Aber nun bedenkt mal, daß “William” der Name Shakespeares war (oder immer noch ist, denn mit dem Tode des Künstlers vergehen weder Werk noch Name).
Und bedenkt außerdem, daß “Birne” - wie übrigens auch “Rübe”, “Zwiebel” und “Gurke” - vulgärmetaphorisch den Kopf eines Menschen bezeichnet.
Es geht eben tatsächlich um das, was Shakespeare Ende des Sechzehnten, Anfang des Siebzehnten Jahrhunderts so in seiner Denkmurmel ausgebrütet hat.
Wie, in einer Murmel wird nichts ausgebrütet?
Ich habe mich mithin des Gebrauchs einer Katachrese schuldig gemacht?
Schön, daß Ihr aufpaßt, liebe Leser.
Wenn ich Euch nicht hätte!
“Williams Birne” jedenfalls ist ein Projekt des Theater Jugendclubs.
Nichts Geringeres ist angestrebt als eine Entdeckungsreise durch die Welt des respektablen Dichters, der in unserer Zeit geradezu als Inbegriff der Dichtkunst gilt.
Damit - und ich kann mich nicht enthalten, das zu sagen - ist er nun aber doch überschätzt. Der größte Dramatiker aller Zeiten ist nicht Shakespeare, sondern Peter Hacks.
Dieser Eintrag wurde verfasst am Samstag, 22. April 2006 um 14:56 und in der Kategorie Freizeit und Events abgelegt. Antworten auf diesen Beitrag kannst du mit dem RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst außerdem einen Kommentar abgeben oder einen Trackback von deinem Blog senden.



20. Mai 2006 um 07:45
Guten Tag! Vielen Dank für Ihre freundliche, wenn auch e-t-w-a-s übertriebene Äußerung zu Peter Hacks. Vor die Wahl gestellt zwischen seinen Werken und Shakespeares Werken auf der bewussten einsamen Insel, Hacks hätte Shakespeare gewählt. Dessen kann man sich sicher sein. Wir haben Ihre Stellungnahme bei uns verlinkt. Mit freundlichen Grüßen, Philine Beutler
22. Mai 2006 um 14:21
Nicht die Bohne übertrieben.
Anstelle von Hacks hätte ich allerdings auch Shakespeare gewählt.
Folgender Vergleich mag das erklären:
Wäre die Alternative ein Selbstgespräch, würde X immer Y als Gesprächspartner wählen, selbst wenn X sich selbst für klüger und eloquenter hielte.
Das größte Drama aller Zeiten ist übrigens die spätere Version des Columbus-Stückes.
23. Mai 2006 um 07:31
Da unterschätzen Sie aber die Eitelkeit der Dichter! Außerdem nimmt man die Bücher ja nicht mit, um sie zu lesen, sondern um die Ureinwohner damit zu beeindrucken.
Wir haben Ihre Antwort in unserem Hacks-Forum eingestellt: http://p069.ezboard.com/fpeterhacksfrm2.showMessage?topicID=76.topic
23. Mai 2006 um 11:50
Ureinwohner auf einer einsamen Insel?